Dorfbeuern

Keine Zukunft ohne Vergangenheit

Bereits seit Jahrhunderten zur "Pfarre Dorfbeuern" zusammengeschlossen, erhielt das Gebiet des heutigen Dorfbeuerns am 1. Januar 1850 den Status eines politischen Gemeinwesens. So betrachtet ist die Gemeinde Dorfbeuern 1997 genau 147 Jahre alt geworden.

Über die Besiedelung des Oichtentales in der Zeit vor der Wende zum 1. Jahrtausend ist nur wenig bekannt. Aufgrund der Landschafts- und Ortsbezeichnungen (Oichten für Bach, Lielon für Berg, Beuern für die Ortschaft), die keltischen Ursprungs sind, kann man die Kelten als die "Ureinwohner" des Tales bezeichnen. Auch Römer und Bajuwaren lebten in der Frühzeit im Gebiet des heutigen Dorfbeuerns.

Die Gemeinde setzt sich aus mehreren Ortschaften zusammen. Die älteste davon - und immer auch Hauptort - ist Michaelbeuern. Der Name "Michaelbeuern" wird zwar erst 1515 erstmals urkundlich erwähnt - es gab jedoch bereits im 8. Jahrhundert im Gebiet des heutigen Michaelbeuern ein bedeutendes Kloster. Eine Burg, die wahrscheinlich aus dem 10. Jahrhundert stammt, ging 1072 in den Besitz des Klosters über. Über die damals mit dem Eigentum einer Burg verbundenen Rechte erhielt das Kloster auf diese Weise die "Hofgerichtsbarkeit". Um den Konvent mit Hofrichter, Schreiber und Gerichtsboten gruppierte sich, quasi als Wirtschaftsgemeinschaft, das "Klosterdort": Jäger, Fischer, Koch, Kellermeister und eine Vielzahl von Handwerkern bekamen vom Kloster ein Stück Grund, um darauf eine "Hofstatt" aufzubauen.

(Michaelbeuern, wie es um 1835 aussah. Die Lithographie von "Josef Oberer zeigt den damals noch spärlich besiedelten Ortskern um das Kloster:)

Die Mönche widmeten sich, wie im Mittelalter üblich, sehr früh auch schulischen Aufgaben, sodass Michaelbeuern als einer der ersten Orte des Landes eine Volksschule besaß. Die heutige Hauptschule mit Internat sowie das Bildungshaus Michaelbeuern haben ihre Ursprünge hier im "Klosterdorf", wo "Sängerknaben" zu Lehrern oder Künstlern herangebildet und der Priesternachwuchs auf seine zukünftigen Aufgaben vorbereitet wurde.

In der zweiten größeren Ortschaft, Dorfbeuern, sind 1550 18 Güter und 14 Sölden nachgewiesen. Das Straßendorf wird von einem Hügel mit der Kirche überragt, die bis 1668 ganz alleine an diesem exponierten Platz stand. Heute ist auch der Hügel besiedelt; Dorfbeuern hat sein bäuerliches Gepräge mit einzelnen, größeren Anwesen bis heute behalten. Die jüngste Siedlung, urkundlich erst 1718 erwähnt, ist Vorau; diese Ortschaft liegt, wie der Name sagt, "Vor